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    <title>Mayers Notizblog (with comments)</title>
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    <description>Seniorenteller Ära</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    <dc:date>2026-07-11T09:53:29Z</dc:date>
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  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916540/">
    <title>Haltung Alter!</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916540/</link>
    <description>Zur Zeit bin ich  Stammgast bei der Physiotherapie. Ziel ist es endlich weniger bzw. keine Schmerzen in der Lendenwirbels&amp;auml;ule zu haben. Selbige ist schon lange ohne T&amp;Uuml;V u.a. geht der 4. Lendenwirbel auf Wanderschaft, aber der Orthop&amp;auml;de will eine OP solange vermeiden wie es irgendwie geht. Ganz meine Meinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum E-Gym gehe ich mittlerweile schon 18 Monate und das auch noch ziemlich regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig und mit Freude, dazu mache vier bis f&amp;uuml;nf Mal die Woche morgendliche Gymnastik zu Hause. F&amp;uuml;r mich faules Schwein ein Wunder, aber die Angst vor dem Neurochirurgen macht es m&amp;ouml;glich. Ich hab&apos; in den letzten Jahrzehnten soviel R&amp;uuml;ckengymnastikkurse besucht, dass ich mir immer ein ganz abwechslungsreiches Programm zusammenstellen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber zur&amp;uuml;ck zur Physio. Gestern f&amp;auml;ngt die Dame an meinen Bauch zu massieren, ich mach noch Scherze, ob sie jetzt meinem Speck was antut, aber dann habe ich gemerkt wie tief die Fachkraft sich da &quot;hineingraben&quot; kann. Ich habe Stellen meiner R&amp;uuml;ckenmuskulatur gesp&amp;uuml;rt, von denen ich bislang gar nicht wusste, dass sie existieren. Kein Schmerz, sondern im wahrsten Sinne entzerrend. Dann habe ich zwei wirklich einfache Atem&amp;uuml;bungen gelernt (nicht meine St&amp;auml;rke so etwas beizubehalten, aber ich will es versuchen) und zu guter Letzt den Ratschlag, doch bei der morgendlichen Gymnastik einfach ordentlich dazustehen und in beiden H&amp;auml;nden eine Hantel zu halten. Das w&amp;auml;re f&amp;uuml;r meinen R&amp;uuml;cken gut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe nur zwei kleine Hanteln &amp;aacute; drei Kilogramm und habe die beiden heute Morgen in ordentlicher Haltung eine Weile ganz ruhig festgehalten. Nach und nach begann eine Reihe von Fachkr&amp;auml;ften in meinem Schulter- und Nackenbereich mit Nachdruck zu arbeiten und mir wurde klar, dass es noch viele Kniffe gibt, die neben dem, was ich ohnehin schon praktiziere, f&amp;uuml;r weitere Stabilit&amp;auml;t sorgen k&amp;ouml;nnen. Kleine, schmerzhafte Nebenerkenntnis: seltener das Handy festhalten und wieder mehr Dinge am Rechner erledigen. Da halte ich mich gerade und habe ich mein kaputtes Gestell besser im Griff.</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 mayersnotizblog</dc:rights>
    <dc:date>2026-07-11T09:53:29Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916224/">
    <title>B&amp;uuml;cher mit KI schreiben - Fazit</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916224/</link>
    <description>Ich fasse mich kurz, denn wer &quot;Die Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter&quot; gelesen hat, hat es ohnehin am eigenen Leib zu sp&amp;uuml;ren bekommen, dass das Ganze ein gro&amp;szlig;er Unfug ist. Zu meiner gro&amp;szlig;en &amp;Uuml;berraschung haut die KI allerdings besonders bei der Logik brutal daneben, w&amp;auml;hrend man sprachlich durchaus, je nach pers&amp;ouml;nlichem Geschmack, ein wenig zufrieden sein kann. Das ist auch der Bereich, den ich oberfl&amp;auml;chlich nachbearbeitet habe. Die Logikkatastrophe blieb weitgehend erhalten. F&amp;uuml;r Euch und wegen Faulheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tats&amp;auml;chlich schreibe ich &amp;uuml;brigens an einem &quot;echten&quot; Buch, nur mit OI (own intelligence) und auch wenn Letztere mit Sicherheit gewaltige L&amp;ouml;cher aufweist, so ist es doch eine ganz andere Befriedigung alles selbst zu erfinden. Leider habe ich nicht soviel Zeit wie ich daf&amp;uuml;r gerne verwenden w&amp;uuml;rde, andererseits leide ich unter Phasen mit schlimmen Kreativit&amp;auml;tsl&amp;ouml;chern in meiner Birne. Irgendwann wird es fertig sein, ob das Manuskript dann aber irgendeinen Verlag begeistern wird? Na ja...</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    <dc:subject>Kurzroman</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 mayersnotizblog</dc:rights>
    <dc:date>2026-07-01T09:27:40Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916219/comments/2916220/">
    <title>Kapitel 35 und 36 ist so ein...</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916219/comments/2916220/</link>
    <description>Kapitel 35 und 36 ist so ein Musterbeispiel f&amp;uuml;r die &quot;geistigen Aussetzer&quot; von KI</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 mayersnotizblog</dc:rights>
    <dc:date>2026-07-01T08:58:17Z</dc:date>
  </item> 
  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916219/">
    <title>Die Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter (5)</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916219/</link>
    <description>IX &amp;#8211; Die Archive&lt;br /&gt;
Kapitel 29 &amp;#8211; Das Stadtarchiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Stadtarchiv lag in einem Geb&amp;auml;ude, an dem Markus jahrelang vorbeigegangen war, ohne es wahrzunehmen. Ein Zweckbau, unscheinbar, grau. Er h&amp;auml;tte &amp;uuml;berall stehen k&amp;ouml;nnen. Vielleicht war genau das seine Aufgabe.&lt;br /&gt;
Drinnen war es k&amp;uuml;hl. Es roch nach Papier, nach Staub, nach Zeit. Markus meldete sich an, zeigte seinen Ausweis. Die Frau am Schalter sprach leise, routiniert. F&amp;uuml;r sie war dies Alltag. F&amp;uuml;r Markus war es neu.&lt;br /&gt;
Er sa&amp;szlig; an einem Tisch, vor sich einen leeren Platz. Es dauerte, bis die ersten Unterlagen kamen. Er wartete geduldig. Warten konnte er.&lt;br /&gt;
Als er die Akte &amp;ouml;ffnete, war er &amp;uuml;berrascht von der N&amp;uuml;chternheit. Keine Geschichte, keine Erkl&amp;auml;rung. Nur Eintr&amp;auml;ge. Namen. Daten. Wohnorte. Bewegungen.&lt;br /&gt;
Johann Klose, geb. 1908, katholisch.&lt;br /&gt;
Markus las langsam. Er lie&amp;szlig; jedes Wort wirken, als m&amp;uuml;sse er es sich verdienen. Es war wenig. Aber es war mehr als nichts.&lt;br /&gt;
Er schrieb sich alles ab. Mit der Hand. Er wollte den Kontakt sp&amp;uuml;ren.&lt;br /&gt;
Kapitel 30 &amp;#8211; Dokumente&lt;br /&gt;
In den n&amp;auml;chsten Tagen kehrte Markus zur&amp;uuml;ck. Er lernte, Formulare auszuf&amp;uuml;llen, Signaturen zu verstehen, Geduld aufzubringen. Die Vergangenheit lie&amp;szlig; sich nicht dr&amp;auml;ngen.&lt;br /&gt;
Er fand eine Meldekarte. Eine Adresse. Ein Umzug. Dann nichts mehr. L&amp;uuml;cken, die sich nicht schlie&amp;szlig;en lie&amp;szlig;en.&lt;br /&gt;
Markus merkte, wie sehr ihn diese L&amp;uuml;cken besch&amp;auml;ftigten. Sie waren kein &amp;Auml;rgernis, sondern ein Raum. Ein Raum f&amp;uuml;r Vorstellung.&lt;br /&gt;
Er stellte sich Johann vor, wie er in einer fremden Stadt ankam, wie er sich einrichtete, wie er schwieg. Markus erkannte etwas davon wieder. Er wusste nicht, ob das gerecht war. Aber es war unvermeidlich.&lt;br /&gt;
Zwischendurch legte er Pausen ein, ging hinaus, atmete tief durch. Die Stadt erschien ihm ver&amp;auml;ndert. Als l&amp;auml;ge unter allem eine zweite Schicht, unsichtbar, aber pr&amp;auml;sent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das M&amp;uuml;nchner Stadtarchiv umfing Markus mit seiner K&amp;uuml;hle und dem Geruch, der ihm  inzwischen vertraut war. Er hatte gelernt, sich durch die Regale zu bewegen, die richtigen Formulare auszuf&amp;uuml;llen, geduldig zu warten, bis ihm die Akten gebracht wurden. Heute suchte er nach Eintr&amp;auml;gen &amp;uuml;ber Johann Klose, aber die Spur verlor sich immer wieder. &amp;#8222;Wehrmachtsoldaten, 1945 entlassen&amp;#8220; &amp;#8211; mehr stand nicht da. Kein Ort. Kein Schicksal. Nur ein Name, der in der Masse unterging.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Sie suchen jemanden?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus blickte auf. Ein Mann mittleren Alters, Sakko, mit einem Stapel Akten unter dem Arm. Sein Blick war freundlich, aber nicht aufdringlich. &amp;#8222;Entschuldigen Sie die St&amp;ouml;rung. Ich bin Dr. Bauer. Ich arbeite hier manchmal.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Markus Huber.&amp;#8220; Er deutete auf die vor ihm liegenden Papiere. &amp;#8222;Mein Gro&amp;szlig;vater. Johann Klose. Aber ich finde kaum etwas.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Dr. Bauer setzte sich ohne zu fragen zu ihm. &amp;#8222;Klose, sagen Sie? 1945 entlassen?&amp;#8220; Markus nickte.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Dann war er wahrscheinlich in einem der Lager.&amp;#8220; Der Historiker bl&amp;auml;tterte in seinen eigenen Unterlagen. &amp;#8222;Viele Wehrmachtsoldaten kamen nach der Entlassung in Durchgangslager. Manche nur f&amp;uuml;r Wochen. Manche f&amp;uuml;r Monate.&amp;#8220; Er zog ein vergilbtes Dokument hervor. &amp;#8222;Hier. Lager Leitenberg, 1945. Listen der Entlassenen. Klose&amp;#8230; Klose&amp;#8230;&amp;#8220; Sein Finger blieb stehen. &amp;#8222;Hier. Johann Klose, geb. 1908. Entlassen am 12. Oktober 1945.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie sein Herz schneller schlug. &amp;#8222;Das ist er.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Dann wissen Sie vielleicht mehr, als Sie denken.&amp;#8220; Dr. Bauer schob ihm das Dokument zu. *&amp;#8222;Sehen Sie hier? Die Spalte &amp;#8218;Bemerkungen&amp;#8216;. Da steht &amp;#8218;keine Anklage &amp;#8211; Zeuge in Verfahren gegen Vorgesetzte&amp;#8216;.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus starrte auf die Worte. &amp;#8222;Was bedeutet das?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Es bedeutet, dass Ihr Gro&amp;szlig;vater etwas gesehen hat. Etwas, das schwerwiegend genug war, um ihn als Zeugen aufzurufen.&amp;#8220; Der Historiker lehnte sich zur&amp;uuml;ck. &amp;#8222;Aber es bedeutet auch, dass er nicht angeklagt wurde. Das ist&amp;#8230; ambivalent.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Hat er ausgesagt?&amp;#8220; Markus&amp;#8216; Stimme war leise.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Keine Ahnung. Die Akten dazu w&amp;auml;ren im Bundesarchiv. Aber&amp;#8230;&amp;#8220;* Dr. Bauer z&amp;ouml;gerte. &amp;#8222;Manchmal sagt das Schweigen mehr als die Worte. Vielleicht wollte er nicht reden. Vielleicht durfte er nicht.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus dachte an die Uhr. An das Ticken, das er jetzt immer h&amp;ouml;rte, selbst wenn sie in der Schublade lag. &amp;#8222;Und wenn er einfach nur m&amp;uuml;de war?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Dr. Bauer sah ihn an. &amp;#8222;Dann w&amp;auml;re das auch eine Antwort.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Er schloss den Ordner und schob ihn Markus zu. &amp;#8222;Hier. Die Kopien k&amp;ouml;nnen Sie behalten. Falls Sie noch mehr finden, lassen Sie es mich wissen.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus steckte die Papiere in seine Mappe. Die Worte &amp;#8222;keine Anklage &amp;#8211; Zeuge in Verfahren&amp;#8220; brannten ihm noch immer im Kopf. &amp;#8222;Danke&amp;#8220;, sagte er. &amp;#8222;Ich&amp;#8230; ich wei&amp;szlig; nicht, was ich damit anfangen soll.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Der Historiker l&amp;auml;chelte leicht. &amp;#8222;Das kommt oft so. Man sucht nach Antworten und findet nur neue Fragen.&amp;#8220; Er z&amp;ouml;gerte. &amp;#8222;Aber wenn Sie wirklich weitergraben wollen&amp;#8230;&amp;#8220; Er bl&amp;auml;tterte in einem Stapel Formulare auf seinem Tisch. &amp;#8222;Hier. Die Vertriebenenlisten f&amp;uuml;r Bayern. 1945&amp;#8211;1947. Falls Ihr Gro&amp;szlig;vater &amp;#8211; oder vielleicht ein anderer Verwandter &amp;#8211; aus dem Sudetenland kam, k&amp;ouml;nnte er da drinstehen.&amp;#8220; &lt;br /&gt;
Er tippte auf eine Zeile: &amp;#8222;So wie hier zum Beispiel, d&amp;uuml;rftig, aber immerhin: K&amp;ouml;nigswald, Mai 1946. Familie Huber.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus erstarrte. &amp;#8222;Huber?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ja. Ein Karl Huber, mit Frau und Kind. Aufgenommen in M&amp;uuml;nchen, Hilblestra&amp;szlig;e 17.&amp;#8220; Dr. Bauer sah ihn an. &amp;#8222;Das ist&amp;#8230;?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;In der Stra&amp;szlig;e wohnen wir, also ich. Jetzt Maria-Luiko-Stra&amp;szlig;e&amp;#8220;, fl&amp;uuml;sterte Markus und imitierte unbewusst den Nachdruck auf Maria-Luiko, so wie Angelika es ausgesprochen hatte. &amp;#8222;Davon war nie die Rede&amp;#8220; f&amp;uuml;gte er fast unh&amp;ouml;rbar hinzu&amp;#8220;.&lt;br /&gt;
Eine Weile war es still. Dann sagte der Historiker leise: &amp;#8222;Gefunden h&amp;auml;tten Sie ihn sowieso, nur komisch, dass ich genau diese Stelle vorgelesen habe. Manchmal findet man die Spuren da, wo und wann man sie am wenigsten erwartet.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus nahm das Formular entgegen. Die Buchstaben verschwammen vor seinen Augen. &amp;#8222;Danke&amp;#8220;, sagte er noch einmal.&lt;br /&gt;
Drau&amp;szlig;en, auf der Treppe des Archivs, blieb er stehen. Die Sonne brannte, aber er sp&amp;uuml;rte sie nicht. In seiner Hand hielt er zwei Zettel: den einen &amp;uuml;ber einen Gro&amp;szlig;vater, der geschwiegen hatte. Den anderen &amp;uuml;ber einen Gro&amp;szlig;vater, der vertrieben worden war.&lt;br /&gt;
Als Markus die Kopien in seiner Mappe verstaute, sp&amp;uuml;rte er, wie sich etwas in ihm verschob. Es war kein Trost. Keine L&amp;ouml;sung. Aber es war ein St&amp;uuml;ck Wahrheit. Und das war mehr, als er gehabt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 32 &amp;#8211; N&amp;auml;he&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S&amp;auml;mtliche Unterlagen, alles was er hatte bekommen k&amp;ouml;nnen, lag ausgebreitet auf dem Tisch. Angelikas Lampe brannte. Ihr warmes Licht machte die Dokumente weicher, menschlicher. Viel Papier auf dem wenig stand. Aber auch viel mehr als nichts. Markus hatte das Gef&amp;uuml;hl alles immer wieder durchlesen zu m&amp;uuml;ssen, als k&amp;ouml;nnte er zwischen den Zeilen etwas finden, das nicht da stand. Johann Klose, geb. 1908. Katholisch. B&amp;auml;ckerlehre. Einberufung 1939. Daten ohne Stimme. Zum ersten Mal empfand Markus so etwas wie N&amp;auml;he zu einem Mann, den er nie gekannt hatte. Nicht aus Bewunderung, nicht aus Schuld. Aus Gemeinsamkeit.&lt;br /&gt;
Markus riss sich los von seinen Gr&amp;uuml;beleien und widmete sich wieder den Dokumenten.  Unerwartet zwischen den Meldebescheinigungen, fand er doch noch etwas Neues oder vielleicht auch von ihm Vergessenes: einen vergilbten Zettel mit einer Adresse. K&amp;ouml;nigswald, Sudetenland. Nicht Johanns Spur &amp;#8211; sondern die von Karl Huber, dem anderen Gro&amp;szlig;vater, dem Schweigsamen, dem Fremden.&lt;br /&gt;
Markus starrte auf den Ort. Er kannte den Namen aus Erz&amp;auml;hlungen, die keine waren &amp;#8211; nur Bruchst&amp;uuml;cke, die sein Vater fallen lie&amp;szlig;, wenn der Alkohol ihn redselig machte. &amp;#8222;Von fr&amp;uuml;her&amp;#8220;, hatte Franz Huber immer gesagt. &amp;#8222;Da gibt&amp;#8217;s nichts mehr.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Doch jetzt hielt er den Beweis in der Hand. Es gab etwas. Nicht viel. Aber genug, um hinzufahren.&lt;br /&gt;
Er buchte einen Mietwagen f&amp;uuml;r den n&amp;auml;chsten Tag. Nicht aus Hoffnung. Sondern weil er jetzt wusste, dass er nicht weiterkommen w&amp;uuml;rde, wenn er nicht hinging. Wenn er nicht sah, was &amp;#8222;nichts mehr&amp;#8220; wirklich bedeutete.&lt;br /&gt;
Die Uhr lag neben ihm. Sie tickte ruhig. Nicht dr&amp;auml;ngend. Fast zustimmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 33 &amp;#8211; Die alte Stra&amp;szlig;e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fahrt war zu Ende. Markus faltete die veraltete Stra&amp;szlig;enkarte zusammen. Veraltet wie alles hier. Die Stra&amp;szlig;en f&amp;uuml;hrten oft ins Nichts, und die D&amp;ouml;rfer, die er suchte, waren manchmal nur noch Namen auf einem Schild. Nun  war er hier, in K&amp;ouml;nigswald, dem Ort, den sein Vater immer nur &amp;#8222;von fr&amp;uuml;her&amp;#8220; genannt hatte. Er verharrte still. Die Luft roch nach feuchtem Holz und Moder, und der Wind strich durch die leeren Gassen, als w&amp;uuml;rde er die Erinnerungen derer mitnehmen, die hier einst gelebt hatten.&lt;br /&gt;
Das Haus seiner Vorfahren war nicht mehr da.&lt;br /&gt;
An seiner Stelle stand ein neu gebautes Geb&amp;auml;ude, ein flacher Betonklotz mit bl&amp;auml;tternder Farbe. Markus blieb davor stehen und sp&amp;uuml;rte, wie sich etwas in ihm zusammenzog. Nicht Entt&amp;auml;uschung. Etwas Schlimmeres: Leere. Er hatte nicht erwartet, dass das Haus noch stehen w&amp;uuml;rde. Ein verwildertes Grundst&amp;uuml;ck h&amp;auml;tte er ertragen, aber der Betonklotz traf ihn.  Jetzt f&amp;uuml;hlte es sich an, als ob das Haus nie existiert h&amp;auml;tte.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Sie suchen etwas?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus drehte sich um. Eine &amp;auml;ltere Frau stand hinter ihm, in einem dunklen Mantel, die H&amp;auml;nde in den Taschen vergraben. Ihr Blick war nicht misstrauisch, nur neugierig.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ich&amp;#8230;&amp;#8220; Er z&amp;ouml;gerte. &amp;#8222;Mein Gro&amp;szlig;vater. Er hat hier gewohnt. Karl Huber.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Die Frau musterte ihn einen Moment. Dann nickte sie langsam. &amp;#8222;Huber&amp;#8230; Ja. Die Hubers. Sie sind weggegangen. 1946, glaube ich. Oder 47.&amp;#8220; Sie deutete auf den Platz, wo einst das Haus gestanden hatte. &amp;#8222;Hier. Aber das wissen Sie ja.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Nein&amp;#8220;, sagte Markus leise. &amp;#8222;Ich wusste es nicht. Nicht wirklich.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Die Frau &amp;#8211; sie stellte sich als Frau Nov&amp;aacute;k vor &amp;#8211; lud ihn in ihr Haus ein, nur ein paar Schritte weiter. Drinnen roch es nach Kr&amp;auml;utern und altem Papier. Sie holte eine vergilbte Karte hervor, auf der die alten Grundst&amp;uuml;cke eingezeichnet waren. &amp;#8222;Hier&amp;#8220;, sagte sie und tippte mit dem Finger auf einen Punkt. &amp;#8222;Das war ihr Haus. Ihr Vater war B&amp;auml;cker, nicht wahr?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus starrte auf die Karte. &amp;#8222;Nein. Mein anderer Gro&amp;szlig;vater war B&amp;auml;cker. Dieser hier&amp;#8230; ich wei&amp;szlig; nicht, was er war.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Frau Nov&amp;aacute;k sah ihn an. &amp;#8222;Er war einer von denen, die gehen mussten.&amp;#8220; Sie z&amp;ouml;gerte. &amp;#8222;Manche sind freiwillig gegangen. Manche nicht. Ihr Gro&amp;szlig;vater&amp;#8230;&amp;#8220; Sie brach ab. &amp;#8222;Er hat nicht viel gesagt. Aber er hat auch nicht gek&amp;auml;mpft. Das war schon etwas.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie ihm die Kehle eng wurde. &amp;#8222;Wissen Sie, wohin sie gegangen sind?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Nach Bayern, glaube ich. Wie die meisten.&amp;#8220; Sie faltete die Karte zusammen. &amp;#8222;Sie haben nichts mitgenommen. Nur, was sie tragen konnten. Als ob sie wussten, dass sie nicht zur&amp;uuml;ckkommen w&amp;uuml;rden.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Drau&amp;szlig;en, vor dem Haus, blieb Markus noch einmal stehen. Der Wind pfiff durch die B&amp;auml;ume, und irgendwo in der Ferne klapperte ein alter Traktor &amp;uuml;ber die Felder. Er dachte an seinen Vater, der nie &amp;uuml;ber &amp;#8222;von fr&amp;uuml;her&amp;#8220; gesprochen hatte. Jetzt verstand er, warum.&lt;br /&gt;
Es war nicht nur Schweigen. Es war Verlust. Und Verlust hatte f&amp;uuml;r ihn wohl keine Worte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
XI &amp;#8211; Die Fragen&lt;br /&gt;
Kapitel 34 &amp;#8211; Der Besuch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markus fuhr an einem klaren Vormittag nach Nymphenburg. Die B&amp;auml;ume standen bereits in Blatt, ein helles, beinahe optimistisches Gr&amp;uuml;n, das ihm unangemessen erschien. Er kam sich vor, als tr&amp;uuml;ge er etwas Schweres durch eine zu leichte Jahreszeit.&lt;br /&gt;
Das Pflegeheim war ruhig. Zu ruhig. Ger&amp;auml;usche wurden ged&amp;auml;mpft, Stimmen gedrosselt. Markus meldete sich an, ging den bekannten Flur entlang. Zimmer 214.&lt;br /&gt;
Seine Mutter sa&amp;szlig; am Fenster. Sie hatte die H&amp;auml;nde im Scho&amp;szlig; gefaltet, als warte sie auf etwas. Als er eintrat, drehte sie den Kopf.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Du bist fr&amp;uuml;h&amp;#8220;, sagte sie.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ich wollte reden&amp;#8220;, antwortete Markus.&lt;br /&gt;
Sie nickte still. Das tat sie oft, wenn sie sp&amp;uuml;rte, dass etwas kam, dem sie nicht ausweichen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 35 &amp;#8211; Die Fragen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Uhr lag zwischen ihnen auf dem Tisch wie ein fremdes Wesen, das pl&amp;ouml;tzlich zum Leben erwacht war. Markus hatte sie absichtlich dort platziert, als er sich gegen&amp;uuml;bersetzte &amp;#8211; nicht als Vorwurf, sondern als Beweis. Sieh her. Das ist wirklich. Das ist da. Wir k&amp;ouml;nnen nicht mehr so tun, als g&amp;auml;be es sie nicht.&lt;br /&gt;
Elisabeth betrachtete die Uhr, ohne sie zu ber&amp;uuml;hren. Ihre H&amp;auml;nde lagen regungslos im Scho&amp;szlig;, die Finger ineinander verschr&amp;auml;nkt, als wollten sie sich gegenseitig Halt geben. &amp;#8222;Du hast sie aufgezogen&amp;#8220;, sagte sie leise. Es war keine Frage.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ja.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Sie tickt.&amp;#8220; Ein fast unh&amp;ouml;rbares Fl&amp;uuml;stern. &amp;#8222;Ich habe sie jahrzehntelang nicht mehr ticken h&amp;ouml;ren.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie sich etwas in seiner Brust zusammenzog. Nicht Wut. Nicht Trauer. Etwas zwischen beidem, etwas Schweres, das keinen Namen hatte. &amp;#8222;Warum nicht?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Elisabeth hob den Blick. Ihre Augen waren klar, aber irgendwie leer, als h&amp;auml;tte sie gelernt, alles, was zu viel war, darin zu verbergen. &amp;#8222;Weil es genug L&amp;auml;rm gab.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Er verstand sofort. Es war eine dieser Antworten, die alles und nichts sagten &amp;#8211; typisch f&amp;uuml;r sie, typisch f&amp;uuml;r diese Familie. &amp;#8222;Nicht dieser L&amp;auml;rm&amp;#8220;, sagte er. &amp;#8222;Den von drau&amp;szlig;en. Den von den anderen. Aber nicht&amp;#8230; das hier.&amp;#8220; Er tippte mit dem Finger gegen das Ziffernblatt. Das leise Klick hallte im Raum nach.&lt;br /&gt;
Elisabeth atmete langsam aus. &amp;#8222;Manche Dinge h&amp;ouml;rt man besser nicht.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Aber du hast es geh&amp;ouml;rt.&amp;#8220; Es war keine Frage. Sofort war es ihm sonnenklar. &amp;#8222;Du hast es geh&amp;ouml;rt, und dann hast du beschlossen, dass ich es nicht h&amp;ouml;ren soll.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Sie schwieg. Nicht aus Trotz, sondern weil sie nach Worten suchte. Oder weil sie wusste, dass es keine gab.&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie seine H&amp;auml;nde feucht wurden. Er presste sie gegen die Oberschenkel, als k&amp;ouml;nnte er so die Unruhe in sich festhalten. &amp;#8222;Was hat er getan, Mutter?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Die Frage hing zwischen ihnen, scharf wie eine Klinge. Elisabeths Lippen bewegten sich, aber es kam kein Ton. Dann, ganz leise: &amp;#8222;Lebt er noch in dir? Dein Vater?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Die Frage traf ihn unerwartet. &amp;#8222;Was?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Dein Vater. Lebt er noch in dir? Wenn du morgens aufwachst &amp;#8211; ist da dann etwas von ihm?&amp;#8220; Sie sah ihn an, zum ersten Mal direkt, als w&amp;uuml;rde sie versuchen, in ihm zu lesen, was sie selbst nicht sagen konnte.&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie ihm die Kehle eng wurde. &amp;#8222;Ich&amp;#8230; ich wei&amp;szlig; nicht.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Genau das.&amp;#8220; Ihre Stimme war jetzt fester, fast hart. &amp;#8222;Genau das ist es. Wir wissen es nicht. Weil wir es nicht wissen wollen. Weil es einfacher ist, weiterzugehen, als stehen zu bleiben und hinzuschauen.&amp;#8220; Sie deutete auf die Uhr. &amp;#8222;Das hier&amp;#8230; das ist kein Ticken. Das ist ein Ruf. Und du bist der Erste, der ihn h&amp;ouml;rt.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Warum ich?&amp;#8220; Seine Stimme brach fast. &amp;#8222;Warum nicht du? Warum nicht er?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Weil wir m&amp;uuml;de waren.&amp;#8220; Sie klang nicht entschuldigend. Nur m&amp;uuml;de. &amp;#8222;Weil wir dachten, wenn wir schweigen, verschwindet es. Aber das tut es nicht. Es wartet nur.&amp;#8220; Sie schloss die Augen. &amp;#8222;Und jetzt wartet es auf dich.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie etwas in ihm aufstieg &amp;#8211; nicht Zorn, nicht Verzweiflung, sondern etwas Kaltes, Klares. Eine Art von Entschlossenheit, die er nicht kannte. &amp;#8222;Was hat er getan?&amp;#8220;, wiederholte er.&lt;br /&gt;
Elisabeth &amp;ouml;ffnete die Augen. Tr&amp;auml;nen gl&amp;auml;nzten darin, aber sie weinte nicht. &amp;#8222;Er hat &amp;uuml;berlebt.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Das ist keine Antwort.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Doch.&amp;#8220; Sie beugte sich vor, nah genug, dass er den Geruch ihres Parf&amp;uuml;ms roch &amp;#8211; Lavendel, wie immer, wie bei Angelika. &amp;#8222;Er hat &amp;uuml;berlebt, und dann hat er gelebt. Und dann hat er geschwiegen. Wie alle. Weil wir dachten, das sei genug.&amp;#8220; Sie z&amp;ouml;gerte. &amp;#8222;Aber es war nicht genug. Es war nie genug.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie die Uhr in seiner Hand schwerer wurde. &amp;#8222;Hat er&amp;#8230;&amp;#8220; Er musste schlucken. &amp;#8222;Hat er Menschen verletzt?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Elisabeths Atem stockte. &amp;#8222;Jeder hat in diesem Krieg Menschen verletzt. Manche mit den H&amp;auml;nden. Manche mit den Augen. Manche einfach, indem sie weggeschaut haben.&amp;#8220; Sie strich mit den Fingern &amp;uuml;ber den Tisch, als w&amp;uuml;rde sie Staub wegwischen. &amp;#8222;Dein Gro&amp;szlig;vater war kein Monster. Aber er war auch kein Heiliger. Er war ein Mann, der Befehle befolgt hat. Der geglaubt hat, dass Schweigen ihn retten w&amp;uuml;rde.&amp;#8220; Sie blickte auf. &amp;#8222;Und vielleicht hat es das ja auch. F&amp;uuml;r eine Weile.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, wie ihm &amp;uuml;bel wurde. Nicht wegen dem, was sie sagte, sondern wegen dem, was sie nicht sagte. &amp;#8222;Und du? Hast du weggeschaut?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Sie l&amp;auml;chelte traurig. &amp;#8222;Ich habe gelernt, nicht hinzuschauen. Das ist nicht dasselbe.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Aber es ist auch nicht anders.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Nein.&amp;#8220; Sie nahm seine Hand. Ihre Haut war d&amp;uuml;nn, fast durchscheinend, die Adern blau unter der Oberfl&amp;auml;che. &amp;#8222;Es ist nicht anders. Und jetzt musst du entscheiden, was du damit machst.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Er zog die Hand zur&amp;uuml;ck. Nicht, weil er sie nicht ber&amp;uuml;hren wollte, sondern weil er sp&amp;uuml;rte, dass er gleich zerbrechen w&amp;uuml;rde, wenn er es zulie&amp;szlig;. &amp;#8222;Warum gibst du mir das jetzt? Warum nicht fr&amp;uuml;her?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Weil ich dachte, du br&amp;auml;uchtest es nicht.&amp;#8220; Ihre Stimme war nur noch ein Hauch. &amp;#8222;Und weil ich Angst hatte. Dass du mich dann nicht mehr liebst. Dass du ihn nicht mehr liebst.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Das traf ihn wie ein Schlag. &amp;#8222;Ich liebe einen Mann, den ich nicht kenne.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Genau das.&amp;#8220; Sie lehnte sich zur&amp;uuml;ck, als h&amp;auml;tte sie alle Kraft verloren. &amp;#8222;Und jetzt kennst du ihn ein bisschen. Und das ist schlimmer, als ihn nicht zu kennen. Weil du jetzt entscheiden musst, was du mit diesem Wissen anf&amp;auml;ngst.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus stand auf. Die Uhr nahm er mit. Sie f&amp;uuml;hlte sich hei&amp;szlig; an in seiner Hand, als w&amp;uuml;rde sie brennen. &amp;#8222;Ich gehe jetzt.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Elisabeth nickte. &amp;#8222;Komm wieder.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Ja.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Aber beide wussten, dass es nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 36 &amp;#8211; Die Last&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markus lie&amp;szlig; nicht locker.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Warum hast du mir nichts erz&amp;auml;hlt?&amp;#8220;, fragte er. &amp;#8222;Warum habt ihr immer geschwiegen?&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Elisabeth schloss die Augen. Als m&amp;uuml;sse sie Kraft sammeln.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Weil wir froh waren, dass es vorbei war&amp;#8220;, sagte sie. &amp;#8222;Weil wir weiterleben wollten. Weil Erinnerungen gef&amp;auml;hrlich waren.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
&amp;#8222;F&amp;uuml;r wen?&amp;#8220;, fragte Markus.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;F&amp;uuml;r alle&amp;#8220;, sagte sie. &amp;#8222;F&amp;uuml;r ihn. F&amp;uuml;r uns. F&amp;uuml;r euch.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Sie &amp;ouml;ffnete die Augen wieder. Sie waren klarer, als Markus erwartet hatte.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Wir wollten, dass du es leichter hast.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus nickte langsam. Er verstand es. Und doch sp&amp;uuml;rte er etwas wie Widerstand.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Es war nicht leichter&amp;#8220;, sagte er leise. &amp;#8222;Es war nur stiller.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Elisabeth sah ihn lange an. Dann legte sie die Hand auf die Uhr.&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Dann nimm sie&amp;#8220;, sagte sie. &amp;#8222;Und frag weiter. Ich kann nicht mehr alles tragen.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus nahm die Uhr. Sie f&amp;uuml;hlte sich w&amp;auml;rmer an als zuvor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
XII &amp;#8211; Nachhall&lt;br /&gt;
Kapitel 37 &amp;#8211; Danach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch bei seiner Mutter ging Markus zu Fu&amp;szlig; nach Hause. Er lie&amp;szlig; die U-Bahn aus, obwohl der Weg weit war. Er wollte gehen, Schritt f&amp;uuml;r Schritt, als m&amp;uuml;sse er das Gesagte erst im Gehen verstehen.&lt;br /&gt;
Die Stadt war laut, aber sie st&amp;ouml;rte ihn nicht. Autos, Stimmen, Baustellen. All das war Oberfl&amp;auml;che. Darunter lag etwas anderes, schwereres.&lt;br /&gt;
Er dachte an das Wort m&amp;uuml;de. So hatte seine Mutter den Vater beschrieben. Nicht schuldig, nicht stolz. M&amp;uuml;de.&lt;br /&gt;
Markus erkannte darin etwas von sich selbst. Eine M&amp;uuml;digkeit, die nicht vom K&amp;ouml;rper kam, sondern von der Dauer. Vom Aushalten.&lt;br /&gt;
Zu Hause legte er die Uhr auf den Tisch und setzte sich daneben. Er tat nichts. Er wartete nicht einmal. Er war einfach da.&lt;br /&gt;
Es war ein neues Gef&amp;uuml;hl. Unangenehm. Aber ehrlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 38 &amp;#8211; Johann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Tagen begann Markus, Johann nicht mehr nur als Akte zu sehen, sondern als M&amp;ouml;glichkeit. Er stellte sich vor, wie dieser Mann morgens aufstand, ohne zu wissen, was der Tag bringen w&amp;uuml;rde. Wie er sich anzog, die Uhr anlegte, die Zeit pr&amp;uuml;fte, obwohl sie ihm l&amp;auml;ngst nicht mehr geh&amp;ouml;rte.&lt;br /&gt;
Markus versuchte, sich Johanns R&amp;uuml;ckkehr vorzustellen. Die Fremdheit im Eigenen. Die Unf&amp;auml;higkeit, zu erz&amp;auml;hlen. Die Entscheidung, zu schweigen, nicht aus Bosheit, sondern aus Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Er merkte, dass er Johann nichts vorwarf. Vielleicht, weil Vorw&amp;uuml;rfe eine Richtung brauchten. Und diese Richtung fehlte.&lt;br /&gt;
Stattdessen empfand er etwas wie Traurigkeit. Eine ruhige, weite Traurigkeit, ohne Ziel.&lt;br /&gt;
Er schrieb es auf. Nicht viel. Keine gro&amp;szlig;en S&amp;auml;tze. Nur Eindr&amp;uuml;cke. Vermutungen. Leerstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 39 &amp;#8211; Karl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel dazu trat Karl Huber deutlicher hervor. Nicht durch Dokumente, sondern durch das, was fehlte. Markus erinnerte sich an seinen Vater, an dessen Schweigsamkeit, an die Art, wie er beim Abendessen den Blick senkte, wenn es um Herkunft ging.&lt;br /&gt;
Karl hatte verloren, was Johann behalten durfte: einen Ort, eine Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit. Daf&amp;uuml;r hatte er etwas anderes entwickelt: H&amp;auml;rte. R&amp;uuml;ckzug. Zorn, der keinen Adressaten fand.&lt;br /&gt;
Markus stellte sich Karl vor, wie er im neuen Land stand, fremd, misstrauisch, gezwungen, sich neu zu erfinden, ohne Werkzeuge daf&amp;uuml;r zu haben. Wie er beschloss, nichts zur&amp;uuml;ckzulassen au&amp;szlig;er sich selbst.&lt;br /&gt;
Beide Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter hatten geschwiegen. Aus unterschiedlichen Gr&amp;uuml;nden. Mit &amp;auml;hnlichen Folgen.&lt;br /&gt;
Markus sp&amp;uuml;rte, dass sich hier etwas beendete. Kein sich schlie&amp;szlig;ender Kreis, eher eine Linie, die durch ihn hindurchlief.&lt;br /&gt;
Er war nicht mehr nur der, der nichts wusste. Er war der, der gefragt hatte. Und der, der zumindest einen Teil von dem tragen konnte, was andere abgelegt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
XIII &amp;#8211; Das Schreiben&lt;br /&gt;
Kapitel 40 &amp;#8211; Der Anfang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markus begann nicht mit einem Plan. Er setzte sich an den Schreibtisch, Angelikas alte Lampe eingeschaltet, und schlug das Notizbuch auf, das inzwischen viele Seiten f&amp;uuml;llte. Die Handschrift war ordentlich, aber nicht gleichm&amp;auml;&amp;szlig;ig. Sie verriet Anstrengung.&lt;br /&gt;
Er schrieb den Namen noch einmal: Johann Klose. Darunter: 1908&amp;#8211;?&lt;br /&gt;
Das Fragezeichen lie&amp;szlig; er stehen. Es gefiel ihm. Es war ehrlich.&lt;br /&gt;
Er merkte, dass er nicht chronologisch schreiben konnte. Die Zeit lie&amp;szlig; sich nicht ordnen, sie lie&amp;szlig; sich nur umkreisen. Also schrieb er, was kam: Bilder, Gedanken, Vermutungen. S&amp;auml;tze, die er wieder strich. Andere, die er stehen lie&amp;szlig;, obwohl er sich ihrer nicht sicher war.&lt;br /&gt;
Das Schreiben verlangsamte ihn. Es zwang ihn, bei Dingen zu bleiben, die er sonst rasch beiseite gelegt h&amp;auml;tte. Gef&amp;uuml;hle, die keinen Namen hatten. Erinnerungen, die eher Stimmungen waren.&lt;br /&gt;
Manchmal stockte er. Dann sah er auf die Uhr. Sie tickte gleichm&amp;auml;&amp;szlig;ig. Nicht ermutigend, auch nicht dr&amp;auml;ngend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 41 &amp;#8211; Die Verbindung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je mehr Markus schrieb, desto deutlicher erkannte er die Linien. Johann und Karl, so verschieden ihre Geschichten waren, hatten ihm etwas Gemeinsames hinterlassen: Vorsicht. Zur&amp;uuml;ckhaltung. Das Misstrauen gegen&amp;uuml;ber gro&amp;szlig;en Worten.&lt;br /&gt;
Er schrieb &amp;uuml;ber seinen Vater, ohne dessen Namen oft zu nennen. &amp;Uuml;ber die Art, wie Franz Huber beim Erz&amp;auml;hlen innehielt, als pr&amp;uuml;fe er jedes Wort auf Gefahr. &amp;Uuml;ber die Mutter, die gelernt hatte, das Schweigen zu verwalten.&lt;br /&gt;
Und schlie&amp;szlig;lich schrieb er &amp;uuml;ber sich selbst. Z&amp;ouml;gernd. Mit Widerstand.&lt;br /&gt;
Er erkannte, wie sehr er sein Leben auf Sicherheit gebaut hatte. Beamter. Ehemann. Kein Risiko. Keine Kinder. Keine Br&amp;uuml;che. Es war ein gutes Leben gewesen. Aber auch ein geschlossenes.&lt;br /&gt;
Angelika tauchte zwischen den Zeilen auf, ohne dass er sie gezielt herbeirief. Ihre Offenheit, ihre Sprache, ihre Geduld. Sie war der einzige Mensch gewesen, der das Schweigen nicht &amp;uuml;bernommen, sondern umgangen hatte.&lt;br /&gt;
Markus schrieb ihren Namen. Mehrmals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 42 &amp;#8211; Der Sinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem Abend legte Markus den Stift aus der Hand und lehnte sich zur&amp;uuml;ck. Der Text vor ihm war unvollst&amp;auml;ndig, fragmentarisch. Und doch f&amp;uuml;hlte er sich richtig an.&lt;br /&gt;
Er wusste, dass er keine Wahrheit gefunden hatte. Zumindest keine endg&amp;uuml;ltige. Aber er hatte etwas anderes erreicht: Zusammenhang.&lt;br /&gt;
Die Geschichten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter standen nicht mehr isoliert nebeneinander. Sie ber&amp;uuml;hrten sich in ihm. Und er hielt sie aus.&lt;br /&gt;
Markus dachte daran, dass es niemanden gab, dem er das alles weitergeben musste. Keine Kinder, keine direkten Nachkommen. Der Gedanke schmerzte kurz, aber nicht mehr wie fr&amp;uuml;her.&lt;br /&gt;
Vielleicht, dachte er, musste Erinnerung nicht vererbt werden, um g&amp;uuml;ltig zu sein. Vielleicht reichte es, sie nicht verschwinden zu lassen.&lt;br /&gt;
Er schloss das Notizbuch. Die Uhr tickte weiter.&lt;br /&gt;
Zeit, dachte Markus, ist nicht das, was vergeht.&lt;br /&gt;
Zeit ist das, was bleibt, wenn man hinsieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
XIV &amp;#8211; Der Sommer 2025&lt;br /&gt;
Kapitel 43 &amp;#8211; Bewegung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer kam fr&amp;uuml;h in diesem Jahr. Die Hitze lag schon im Juni &amp;uuml;ber der Stadt, schwer und tr&amp;auml;ge. Markus &amp;ouml;ffnete morgens die Fenster und lie&amp;szlig; die Ger&amp;auml;usche herein, ohne sie gleich wieder auszusperren.&lt;br /&gt;
Er ging wieder &amp;ouml;fter hinaus. Nicht aus Pflicht, sondern aus einem vagen Bed&amp;uuml;rfnis nach Teilnahme. Er setzte sich in Caf&amp;eacute;s, las, beobachtete Menschen. Familien, Paare, Einzelne. Er sah ihnen l&amp;auml;nger zu als fr&amp;uuml;her, als m&amp;uuml;sste er sich vergewissern, dass sie wirklich da waren.&lt;br /&gt;
Manche Freunde meldeten sich wieder. Markus sagte nicht mehr so oft ab. Er erz&amp;auml;hlte nicht viel, aber er h&amp;ouml;rte anders zu. Aufmerksamer. Geduldiger.&lt;br /&gt;
Er merkte, dass sich etwas verschoben hatte. Nicht dramatisch. Eher wie ein Gewicht, das man unmerklich anders tr&amp;auml;gt.&lt;br /&gt;
Die Uhr trug er nun regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig. Sie war kein Schmuck, sondern Begleitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 44 &amp;#8211; Die Wohnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Nachmittags r&amp;auml;umte Markus das Arbeitszimmer um. Er stellte den Schreibtisch n&amp;auml;her ans Fenster. Das Licht fiel nun direkter auf die Oberfl&amp;auml;che, auf das Notizbuch, auf die losen Bl&amp;auml;tter, die sich &amp;uuml;ber Monate angesammelt hatten.&lt;br /&gt;
Er ordnete nichts neu. Er lie&amp;szlig; die Dinge, wie sie waren. Unvollst&amp;auml;ndig. Offen.&lt;br /&gt;
Angelikas Lampe blieb stehen. Markus schaltete sie ein, obwohl es hell war. Es gefiel ihm, dass ihr Licht da war, zus&amp;auml;tzlich, nicht notwendig, aber vertraut.&lt;br /&gt;
Er dachte an sie, ohne Schmerz, ohne Abwehr. Sie war Teil dessen geworden, was er trug. Nicht mehr nur Verlust.&lt;br /&gt;
Markus verstand, dass Erinnerung kein R&amp;uuml;ckzug war. Sie konnte auch ein Schritt nach vorn sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 45 &amp;#8211; Weitergeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem Sonntag ging Markus in den Englischen Garten. Er setzte sich auf eine Bank, die Uhr am Handgelenk, das Notizbuch im Rucksack. Er schrieb nicht. Er schaute.&lt;br /&gt;
Kinder spielten, &amp;auml;ltere Menschen gingen langsam vorbei, Paare stritten leise. Leben in allen &amp;Uuml;berg&amp;auml;ngen.&lt;br /&gt;
Markus wusste nicht, was aus seinen Aufzeichnungen werden w&amp;uuml;rde. Vielleicht w&amp;uuml;rde er sie einem Archiv &amp;uuml;bergeben. Vielleicht w&amp;uuml;rden sie ungelesen bleiben. Das war nicht mehr entscheidend.&lt;br /&gt;
Entscheidend war, dass er gefragt hatte. Dass er getragen hatte, was andere abgelegt hatten. Dass die Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter so etwas wie lebendige Namen und zumindest Bruchst&amp;uuml;cke ihrer Geschichte bekommen hatten.&lt;br /&gt;
Er stand auf, ging langsam zur&amp;uuml;ck in Richtung Stadt. Die Uhr tickte.&lt;br /&gt;
Zeit ging weiter. Aber sie war nicht mehr leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Epilog &amp;#8211; Das Weitergeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sommer 2025 war hei&amp;szlig;, aber nicht erdr&amp;uuml;ckend. Die Hitze lag wie ein d&amp;uuml;nnes Tuch &amp;uuml;ber der Stadt, das man mit einer Geste h&amp;auml;tte wegziehen k&amp;ouml;nnen. Markus sa&amp;szlig; am K&amp;uuml;chentisch, die Uhr vor sich, daneben das Notizbuch, das er in den letzten Monaten gef&amp;uuml;llt hatte. Die Seiten waren nicht mehr leer, aber sie waren auch nicht voll. Es waren Fragmente. Bruchst&amp;uuml;cke. Dinge, die er wusste, und Dinge, die er nie wissen w&amp;uuml;rde.&lt;br /&gt;
Er hatte lange &amp;uuml;berlegt, was er mit der Uhr tun sollte. Sie in eine Schublade zu legen, kam ihm nicht in den Sinn. Sie war kein Schmuckst&amp;uuml;ck, kein Erbst&amp;uuml;ck, das man einfach weitervererbte. Sie war eine Frage. Und Fragen geh&amp;ouml;rten nicht in eine Schublade.&lt;br /&gt;
Drei Tage zuvor hatte er einen Brief erhalten. Von der Universit&amp;auml;t. Eine Studentin der Geschichte, Lena Voss, hatte ihm geschrieben. Sie recherchierte f&amp;uuml;r ihre Abschlussarbeit &amp;uuml;ber &amp;#8222;Alltagssorgen und -geschichten der Sudetendeutschen in der Nachkriegszeit&amp;#8220;  und war auf seine Anfragen im Stadtarchiv gesto&amp;szlig;en. &amp;#8222;Ihre Notizen zu Johann Klose haben mich sehr ber&amp;uuml;hrt&amp;#8220;, hatte sie geschrieben. &amp;#8222;Falls Sie Lust haben, w&amp;uuml;rde ich gerne mehr dar&amp;uuml;ber erfahren. Ihre Adresse hat mir Dr. Bauer verraten.&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Markus hatte den Brief mehrmals gelesen. Er hatte nicht geantwortet.&lt;br /&gt;
Jetzt, an diesem Nachmittag, packte er die Uhr vorsichtig in die kleine Holzkassette, in der er sie gefunden hatte. Dazu legte er das Notizbuch, die Kopien der Archiveintr&amp;auml;ge, die Fotos, die er von Elisabeth bekommen hatte. Und einen kurzen Zettel:&lt;br /&gt;
&amp;#8222;F&amp;uuml;r Lena Voss &amp;#8211; Manche Geschichten enden nicht. Sie warten nur darauf, dass jemand sie weiterschreibt. Vielleicht finden Sie Worte, die mir fehlten. Markus Huber, M&amp;uuml;nchen, September 2025&amp;#8220;&lt;br /&gt;
Er schloss die Kassette, knotete ein Band darum und schrieb die Adresse der Studentin darauf. Keine Erkl&amp;auml;rung. Keine Entschuldigung. Nur die Gewissheit, dass es jetzt an jemand anderen ging.&lt;br /&gt;
Als er das Paket zur Post brachte, sp&amp;uuml;rte er, wie leicht seine Schritte pl&amp;ouml;tzlich waren. Nicht, weil eine Last von ihm abgefallen war. Sondern weil er verstand, dass er sie nicht mehr allein tragen musste.&lt;br /&gt;
Die Uhr tickte nicht mehr in seiner Hand oder auf seinem Knie ticken, w&amp;auml;hrend er sie, auf dem Boden sitzend, anstarrte. Aber irgendwo w&amp;uuml;rde sie weiterticken.</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    <dc:subject>Kurzroman</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 mayersnotizblog</dc:rights>
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  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916009/">
    <title>Die Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter (4)</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2916009/</link>
    <description>VII &amp;#8211; Die Zeit danach&lt;br /&gt;
Kapitel 23 &amp;#8211; Einsamkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angelikas Tod war die Wohnung zun&amp;auml;chst voller Menschen gewesen. Ihre Verwandtschaft, Kollegen, Bekannte. Sie brachten Kuchen, sagten S&amp;auml;tze, die sie f&amp;uuml;r tr&amp;ouml;stlich hielten. Markus h&amp;ouml;rte zu, nickte, dankte. Er funktionierte.&lt;br /&gt;
Als die Wohnung sich wieder leerte, blieb etwas zur&amp;uuml;ck, das sich nicht benennen lie&amp;szlig;. Eine Schwere, die nicht dr&amp;uuml;ckte, sondern zog. Als w&amp;uuml;rde jeder Raum an ihm zerren.&lt;br /&gt;
Markus bewegte sich vorsichtig durch die Tage. Er stellte Tassen ab, ohne sie auszutrinken. Er &amp;ouml;ffnete Fenster und verga&amp;szlig;, sie wieder zu schlie&amp;szlig;en. Die Zeit verlor ihre R&amp;auml;nder. Vormittage gingen in Nachmittage &amp;uuml;ber, ohne dass er den &amp;Uuml;bergang bemerkte.&lt;br /&gt;
Abends sa&amp;szlig; er oft auf dem Sofa, das Licht gedimmt, und h&amp;ouml;rte den Ger&amp;auml;uschen der Stra&amp;szlig;e zu. Stimmen, Schritte, Motoren. Leben, das an ihm vorbeiging. Er f&amp;uuml;hlte sich nicht ausgeschlossen, eher zur&amp;uuml;ckgelassen. Wie ein Koffer, der endlos Runden auf einem Gep&amp;auml;ckband fuhr und nicht abgeholt wurde.&lt;br /&gt;
Angelika fehlte ihm nicht nur als Person, sondern als Resonanz. Sie hatte seine S&amp;auml;tze aufgenommen, selbst die halben, die unsicheren. Jetzt blieben sie in ihm stecken, ungesagt, unfertig.&lt;br /&gt;
Manchmal sprach er ihren Namen laut aus, nur um sicherzugehen, dass er ihn noch sagen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 24 &amp;#8211; Die Pensionierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pensionierung kam leise. Kein Abschied, der diesen Namen verdient h&amp;auml;tte. Eine kleine Feier, belegte Br&amp;ouml;tchen, ein paar wohlmeinende Worte. Markus nahm die Gl&amp;uuml;ckw&amp;uuml;nsche entgegen, als g&amp;auml;lten sie jemand anderem.&lt;br /&gt;
Am n&amp;auml;chsten Morgen wachte er zur gewohnten Zeit auf. Er blieb liegen. Niemand wartete auf ihn. Kein Termin, keine Akte, keine Telefonate.&lt;br /&gt;
Die Tage dehnten sich. Markus versuchte, ihnen Struktur zu geben. Er ging spazieren, erledigte Eink&amp;auml;ufe, las Zeitung. Doch alles f&amp;uuml;hlte sich provisorisch an, als w&amp;uuml;rde er auf etwas warten, das nicht kam.&lt;br /&gt;
Die Langeweile war nicht leer. Sie war schwer. Sie f&amp;uuml;llte den Raum zwischen den T&amp;auml;tigkeiten, legte sich auf seine Gedanken. Markus merkte, dass Arbeit ihn fr&amp;uuml;her nicht erf&amp;uuml;llt, sondern gesch&amp;uuml;tzt hatte. Vor sich selbst.&lt;br /&gt;
Freunde meldeten sich. Er sagte oft ab. Es kostete ihn zu viel Kraft, zu erkl&amp;auml;ren, warum er nichts zu erz&amp;auml;hlen hatte.&lt;br /&gt;
Abends ging er fr&amp;uuml;h ins Bett. Der Schlaf kam jedoch sp&amp;auml;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 25 &amp;#8211; Stillstand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fr&amp;uuml;hjahr 2025 bemerkte Markus, dass er sich selbst fremd geworden war. Seine Bewegungen waren langsamer, bed&amp;auml;chtiger. Als m&amp;uuml;sste er sich vergewissern, dass der Boden noch trug.&lt;br /&gt;
Er begann, Dinge anzusehen, die er lange ignoriert hatte. Regale, Schubladen, alte Unterlagen. Angelikas Sachen. Seine eigenen.&lt;br /&gt;
Die Wohnung schien voller Erinnerungen zu sein, die sich nicht aufdr&amp;auml;ngten, sondern warteten. Markus sp&amp;uuml;rte, dass er sich bewegen musste, innerlich. Aber er wusste nicht wohin.&lt;br /&gt;
Es war eine stille Verzweiflung, ohne Drama. Kein Zusammenbruch, keine Tr&amp;auml;nen. Nur das Gef&amp;uuml;hl, dass die Zeit ihn &amp;uuml;berholt hatte und nun stehen geblieben war, um ihm zuzusehen.&lt;br /&gt;
Als er schlie&amp;szlig;lich die Uhr fand, war es kein Moment der Ersch&amp;uuml;tterung, sondern der leisen Irritation. Etwas in ihm regte sich. Vorsichtig. Unentschlossen.&lt;br /&gt;
Vielleicht, dachte Markus, war das noch nicht alles gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VIII &amp;#8211; Die Uhr&lt;br /&gt;
Kapitel 26 &amp;#8211; Aufr&amp;auml;umen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markus machte an einem Vormittag mit dem aufzur&amp;auml;umen weiter, der sich von anderen Vormittagen nicht unterschied. Grauer Himmel, milde K&amp;auml;lte, das diffuse Licht eines M&amp;uuml;nchner Fr&amp;uuml;hjahrs. Er hatte nichts geplant. Vielleicht war es genau dieses Grau.&lt;br /&gt;
Er nahm Kartons aus dem Keller, stellte sie im Wohnzimmer auf. Sozialkaufhaus, hatte er auf einen geschrieben. Die Buchstaben waren ordentlich, fast streng. Er mochte klare Beschriftungen.&lt;br /&gt;
Angelikas Kleidung gab er leichter weg, als er erwartet hatte. Er nahm ein St&amp;uuml;ck heraus, hielt es kurz, legte es hinein. Keine gro&amp;szlig;en Gesten. Keine Tr&amp;auml;nen. Er wunderte sich dar&amp;uuml;ber und sch&amp;auml;mte sich ein wenig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 27 &amp;#8211; Die Zeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er setzte sich zum x-ten Mal auf den Boden, die Uhr auf einem Knie. Das Wohnzimmer war still. Kein Fernseher, kein Radio. Nur sein Atem.&lt;br /&gt;
J. K., 1938.&lt;br /&gt;
Markus sprach die Initialen leise aus. Johann Klose. Sein Gro&amp;szlig;vater. Ein Mann, &amp;uuml;ber den nie gesprochen worden war. Nicht aus Verachtung, sondern aus Gewohnheit.&lt;br /&gt;
Markus versuchte, sich an seine Stimme zu erinnern. Es gab keine Erinnerung. Nur das Wissen, dass es ihn gegeben hatte.&lt;br /&gt;
Das Ticken der Uhr ver&amp;auml;nderte in all der Stille den Raum. Es wirkte nicht aufdringlich. Es war da. So wie etwas da ist, das lange gewartet hat.&lt;br /&gt;
Markus dachte an Zeit. An all die Jahre, die er nicht gefragt hatte. An all die Antworten, die niemand mehr geben konnte. Und an sich selbst, der nun hier sa&amp;szlig;, ohne Aufgabe, ohne Richtung.&lt;br /&gt;
Vielleicht, dachte er, war die Uhr nicht nur eine Entdeckung. Vielleicht war sie zugleich ein Auftrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitel 28 &amp;#8211; Der Entschluss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend legte Markus die Uhr neben sein Bett. Er h&amp;ouml;rte ihr Ticken, er empfand es erstmals als Forderung. Bald schlief er ein. &lt;br /&gt;
Am n&amp;auml;chsten Morgen setzte er sich an den K&amp;uuml;chentisch, nahm ein leeres Notizbuch, starrte eine Weile unentschlossen auf die leere, erste Seite und schrieb endlich oben auf die erste Seite einen Namen:&lt;br /&gt;
Johann Klose - Darunter ein Datum: 1908.&lt;br /&gt;
Er wusste nicht, was er suchte. Wahrheit vielleicht. Oder Zusammenhang. Oder nur Bewegung. Markus sp&amp;uuml;rte zum ersten Mal seit Langem so etwas wie Erwartung. Sie war klein, unscheinbar, aber sie war da. Ein leiser Zug nach vorn. Er wusste, dass er sp&amp;auml;t dran war. Aber sp&amp;auml;t war besser als nie. Die Suche im Internet gen&amp;uuml;gte ihm nicht mehr. Er wollte Akten sehen. Altes, staubiges Papier.&lt;br /&gt;
Die Uhr tickte. Zeit, dachte Markus, war vielleicht nichts anderes als die Summe dessen, was man sich zu erinnern traute.</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
    <dc:creator>mayersnotizblog</dc:creator>
    <dc:subject>Kurzroman</dc:subject>
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  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2915514/">
    <title>Kotzt&amp;uuml;te und Kl&amp;auml;rwerk</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2915514/</link>
    <description>In den sozialen Netzwerken gibt es unglaublich viele Postings voller Hass, Verachtung, Herabw&amp;uuml;rdigung, Bedrohung und grober Beleidigungen. Aus voller Deckung abgeschossen, der Anonymit&amp;auml;t wird gehuldigt. Vielleicht zu Recht, zumindest f&amp;uuml;r die Netten, Anst&amp;auml;ndigen, Ehrlichen. Das ist immer noch die gro&amp;szlig;e Mehrheit, aufgrund der inneren Haltung jedoch nicht auf gro&amp;szlig;e Schreierei geeicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ruf nach Authentifizierung in sozialen Netzwerken ert&amp;ouml;nt zu Recht, aber dass das nicht alle gut finden verstehe ich auch. Ich selber habe noch gar keine endg&amp;uuml;ltige Meinung dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Alternative w&amp;auml;re vielleicht eine &amp;#8222;Kotzt&amp;uuml;ten Funktion&amp;#8220; f&amp;uuml;r bestehende Netzwerke / Apps... Eine Art digitaler Pranger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel: Wer durch &amp;uuml;ble Postings auff&amp;auml;llt, bekommt ein Kotzt&amp;uuml;tenemoji auf das Profilbild  &amp;#8222;geklebt&amp;#8220;, das man nicht entfernen kann, Beitr&amp;auml;ge k&amp;ouml;nnen nicht mehr kommentiert werden, so einem Account k&amp;ouml;nnen keine weiteren User mehr folgen und nach einer bestimmten Zeitspanne erscheint ein Video in dem eine Hand an der Schnur einer altert&amp;uuml;mlichen Toilettensp&amp;uuml;lung zieht und der gesamte Inhalt des betreffenden Accounts ist gel&amp;ouml;scht. (Vielleicht mietet ein Hersteller eines WC Reinigers sogar eine m&amp;ouml;gliche Werbefl&amp;auml;che am Sp&amp;uuml;lkasten ;-) ) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Tage sp&amp;auml;ter wird der leere Account wieder voll funktionsf&amp;auml;hig. Zweite Chance incl. &amp;#8222;Zweite Chance&amp;#8220; Emoji, das bei Bew&amp;auml;hrung nach einiger Zeit verschwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte sich der Stil der Postings jedoch nicht &amp;auml;ndern, wird ein Kl&amp;auml;rwerkemoji auf das Profilbild  &amp;#8222;geklebt&amp;#8220;, das man nicht entfernen kann, Beitr&amp;auml;ge k&amp;ouml;nnen nicht mehr kommentiert werden, so einem Account k&amp;ouml;nnen keine weiteren User mehr folgen und der Account wird nach einiger Zeit unweigerlich gel&amp;ouml;scht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht hilft das mehr als blocken, melden, l&amp;ouml;schen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anf&amp;auml;nglich kann das schon ein &amp;#8222;Sport&amp;#8220; f&amp;uuml;r besonders Bl&amp;ouml;de werden, aber auf Dauer vielleicht doch zu nervig f&amp;uuml;r die Hater?</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
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    <dc:subject>Meinung</dc:subject>
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  <item rdf:about="https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2915465/">
    <title>Die Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter (making of)</title> 
    <link>https://mayersnotizblog.blogger.de/stories/2915465/</link>
    <description>Keine Angst! Die Geschichte wird schon zu Ende erz&amp;auml;hlt. Aber hier ist eine Unterbrechung notwendig, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.&lt;br /&gt;
Ich bin ein Spielkind und als ein solches muss ich nat&amp;uuml;rlich verschiedenste Dinge wenigstens einmal in die Hand genommen haben, das Meiste um es alsbald wieder wegzuwerfen. So ist das auch mit KI. Da ich nur &amp;uuml;ber &amp;auml;u&amp;szlig;erst bescheidene F&amp;auml;higkeiten im Umgang mit meiner Gitarre verf&amp;uuml;ge, habe ich einen kostenlosen Account bei einem geeigneten Anbieter er&amp;ouml;ffnet und mich dort mit der &quot;Erschaffung&quot; neuer Songs besch&amp;auml;ftigt. Ich habe ordentlich beschrieben was ich bekommen wollte und einige der Songtexte auch selbst verfasst. Oberfl&amp;auml;chlich betrachtet waren die Qualit&amp;auml;ten der generierten Werke aus den Genres Loungemusic, Soul und Bluesrock grottenschlecht bis Top 10 in irgendwelchen Charts. Weniger oberfl&amp;auml;chlich betrachtet ist das alles nichts wert. Es mag in den Bezahlvarianten dieses Anbieters aufw&amp;auml;ndiger generierte Ergebnisse geben, hier jedoch wurden die Melodien einfach mit einem &quot;Ger&amp;auml;uschteppich&quot; unterlegt, der den Klang voller erscheinen lie&amp;szlig;. F&amp;uuml;r mich nur mit Kopfh&amp;ouml;rer und gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Lautst&amp;auml;rke erkennbar, aber trotzdem ein billiger Trick. Soweit dazu. &lt;br /&gt;
Wie gesagt, ich bin ein Spielkind und der Weg bis zur KI-Fabrikation vom Schatten der Gro&amp;szlig;v&amp;auml;ter war nicht weit. Da ich mich in der &quot;Schreiberei&quot; m&amp;ouml;glicherweise besser zurechtfinde als in der Musik, habe ich hier mehr Vorarbeit geleistet. Ich habe einen Plot geschrieben, die Person &quot;Markus&quot; beschrieben, ebenso die &quot;Angelika&quot; und auch ein paar der anf&amp;auml;nglichen Kapitel &quot;gezimmert&quot;. Damit habe ich zun&amp;auml;chst Chat GPT &quot;gef&amp;uuml;ttert&quot; und die Geschichte in etappenweiser Zusammenarbeit zu Ende gebracht. Das Ergebnis habe ich genommen und LE Chat damit gef&amp;uuml;ttert. Auftrag war die Sprache zu harmonisieren und inhaltliche Fehler zu finden. Arbeitsweise wie oben.  Bei beiden KI&apos;s hatte ich einen kostenlosen Account angelegt. Ergebnis: Die Angleichung der Sprache funktionierte exzellent, sogar die Aufgabe, die &quot;Angelikapassagen&quot; etwas w&amp;auml;rmer zu gestalten. Der Rest war kaum zu gebrauchen. Zwar enthielten die vorgeschlagenen Texte durchaus pfiffige Ideen, aber auch massenhaft krasse Logikfehler, nach der &quot;Revision&quot; kaum weniger. Ich habe nat&amp;uuml;rlich noch einmal alles &amp;uuml;berarbeitet, aber die Frage, ob ich jeden Bl&amp;ouml;dsinn aufgedeckt habe, w&amp;uuml;rde ich mit &quot;wahrscheinlich nicht&quot; beantworten. &lt;br /&gt;
Fazit 1: Bis auf ein paar gute Ideen und die hier notwendige Anpassung der Sprachstile weitgehend unbrauchbar.  &lt;br /&gt;
Fazit 2: Sowohl Musik wie auch Literatur auf diese Weise erzeugen zu wollen, ist f&amp;uuml;r den Hausgebrauch vielleicht ganz lustig. Ver&amp;ouml;ffentlichungen um damit Geld zu verdienen sind unangemessen und ich empfinde das eher als ethische Schandtat.</description>
    <dc:publisher>Blogger.de</dc:publisher>
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    <dc:subject>Meinung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2026 mayersnotizblog</dc:rights>
    <dc:date>2026-06-16T08:34:32Z</dc:date>
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      <title>find</title>
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