Edition Seniorenteller
Der Mayersche Notizblog ist wiederauferstanden! Getriggert durch den Osterspaß eines gewissen Jan Kus, der ganz nebenbei, aus Jux und Dollerei, die Twitter Edition 2006 nachgebaut hat. Kann man ja mal machen... Jedenfalls bin ich über diese sehr gelungene Retroversion, die jetzt Chrrp heißt gestolpert und war spontan verknallt. Hoffentlich bleibt es nicht nur dieser temporäre Spaß als der das Ganze gedacht war, sondern findet irgendeinen dauerhaften Platz im Digitalkosmos.

Die Retrosache hat mich dann dazu getrieben nach den alten Blogplattformen Ausschau zu halten, also Antville.org, Twoday.net und eben auch Blogger.de. Alle drei existieren noch, aber man kann sich nicht neu registrieren, lediglich alte Blogs wieder reaktivieren. Einen Account hatte ich nicht mehr, der "Ur-Notizblog" war die meiste Zeit mit Wordpress geschrieben und gehostet. Letztlich ist durch sehr freundliche Unterstützung doch etwas draus geworden und voilá, hier ist er, ganz neu charmant im neuen, alten Gewand.

Ich werde noch hie und da ein wenig basteln bis mir die Sidebar gefällt, aber das Design steht. Schön schlicht. Das Headerfoto war übrigens nie im alten Notizblog, aber es stammt aus dem Jahr 2006.

Soweit dazu, aber ich will noch ein paar Worte über das Bloggen verlieren. Es ist nach meinem Empfinden mittlerweile ein einsamer Job geworden. Man ist Berühmtheit oder Einzelkämpfer und schreibt entweder durchgehend seine Themen auf seinem Blog ununterbrochen seit Ende der 2000er, oder ist vielleicht doch noch auf einer dieser Plattformen zuhause, die ihre Pforten geschlossen haben. Alle möglichen dummen oder böswilligen Attacken haben den Betreibern damals scheinbar keine andere Wahl gelassen. Der Charme war ihnen wichtiger, als ein technisches Wettrennen mit hohem Aufwand und das ist gut so.

Seit damals ist die Welt gefühlt um 200° abgekühlt und der Eisplanet erlaubt den Erdlingen angeblich keine Fehler. Aber es stimmt nicht. Die Sehnsucht nach etwas Wärme, Austausch, Freundlichkeit ist hoch wie lange nicht, nur die weit verbreitete Aggression und daraus resultierende Isolation lassen nicht viel zu.

Dabei wären offene, lebendige digitale Nachbarschaften in meinen Augen ein Königsweg, die sind aber nur mit offenem Visier möglich. Wie setzt man das um? Mir fehlen dazu Ideen und Kenntnisse, aber es beschäftigt mich.