Sonntag, 26. April 2026
Wieder wiederentdeckt
Es ist so ein Sonntag, der anders ist als die meisten anderen meiner Sonntage. Nicht äußerlich, das Wetter ist schön, wir machen das Beste draus, dass mein kaputtes Gestell derzeit nicht locker 15 Kilometer durch die Pampa latscht, sondern ein Quälgeist ist. Das Szenario ist Frühling at it's best, wir fahren ins Allgäu an den Grüntensee und laufen eben soweit , wie meine Hochrechnung meint, dass ich es auch halbwegs schmerzfrei wieder zurück schaffe. Wir genießen die Sonne auf einer Bank, die einen herrlichen Blick übers Wasser auf die dahinterliegenden Berge erlaubt. In noch recht brauchbarer Verfassung erreiche ich den Parkplatz, dort gibt's auch eine kleine Gastronomie mit Außenbereich; von der Idee bis zur Umsetzung dort Pommes zu verdrücken, vergehen keine zwei Minuten. Hier kann man in einen Klettergarten blicken, der ist gut besucht, nicht nur von Kindern, weil es stellenweise auch für Erwachsene anspruchsvoll ist. Ich bin hängengeblieben, nicht in den Seilen, sondern an den Kindern. Mut finden, abschätzen, Papa/Mama suchen, Angst haben, üben, lachen, erzwingen wollen, kapitulieren müssen. Spielplatz auch für die ganz Kleinen, friedvoll, verträumt. Tränen, die von einem Fingereis spurlos beseitigt werden; ich hätte stundenlang zusehen können und am Ende stand für mich eines fest: ich will mehr spielen! Für mich Entdeckung! Alles in Zeitraffer, in der Frühlingssonne, im Vogelgezwitscher. Gedankenverloren Dinge tun. Ich bin in einem Alter da geht so etwas. Locker. Ich muss ja nichts mehr. Und das musste ich innerlich entdecken. Nochmal anders, als ich es schon wusste. Unser beider Leben ist kinderlos verlaufen. Kennengelernt haben wir uns erst als es für Nachwuchs schon zu spät war. Also vergisst man das Kinderdasein vollends, weil keine Beispiele vor der eigenen Nase herumhüpfen. Stattdessen Beruf und irgendwann Sorge um und für die eigenen Eltern. Als das hinter uns lag, dachten wir natürlich über Reise, Hobbies, andere Tagesstrukturen nach und wir haben auch einen guten Dreh’ raus. Aber, dass man auch Sandburgen bauen darf, die man gleich wieder selbst zertrampelt, das ist mir heute beim Beobachten der „Zwerge“ nochmal ganz anders klar geworden. Sand brauch ich nicht, aber ich mach das.