Kotztüte und Klärwerk
In den sozialen Netzwerken gibt es unglaublich viele Postings voller Hass, Verachtung, Herabwürdigung, Bedrohung und grober Beleidigungen. Aus voller Deckung abgeschossen, der Anonymität wird gehuldigt. Vielleicht zu Recht, zumindest für die Netten, Anständigen, Ehrlichen. Das ist immer noch die große Mehrheit, aufgrund der inneren Haltung jedoch nicht auf große Schreierei geeicht.
Der Ruf nach Authentifizierung in sozialen Netzwerken ertönt zu Recht, aber dass das nicht alle gut finden verstehe ich auch. Ich selber habe noch gar keine endgültige Meinung dazu.
Eine Alternative wäre vielleicht eine „Kotztüten Funktion“ für bestehende Netzwerke / Apps... Eine Art digitaler Pranger.
Ein Beispiel: Wer durch üble Postings auffällt, bekommt ein Kotztütenemoji auf das Profilbild „geklebt“, das man nicht entfernen kann, Beiträge können nicht mehr kommentiert werden, so einem Account können keine weiteren User mehr folgen und nach einer bestimmten Zeitspanne erscheint ein Video in dem eine Hand an der Schnur einer altertümlichen Toilettenspülung zieht und der gesamte Inhalt des betreffenden Accounts ist gelöscht. (Vielleicht mietet ein Hersteller eines WC Reinigers sogar eine mögliche Werbefläche am Spülkasten ;-) )
Einige Tage später wird der leere Account wieder voll funktionsfähig. Zweite Chance incl. „Zweite Chance“ Emoji, das bei Bewährung nach einiger Zeit verschwindet.
Sollte sich der Stil der Postings jedoch nicht ändern, wird ein Klärwerkemoji auf das Profilbild „geklebt“, das man nicht entfernen kann, Beiträge können nicht mehr kommentiert werden, so einem Account können keine weiteren User mehr folgen und der Account wird nach einiger Zeit unweigerlich gelöscht.
Vielleicht hilft das mehr als blocken, melden, löschen?
Anfänglich kann das schon ein „Sport“ für besonders Blöde werden, aber auf Dauer vielleicht doch zu nervig für die Hater?
Meinung
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mayersnotizblog am 17.06.26
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Die Schatten der Großväter (making of)
Keine Angst! Die Geschichte wird schon zu Ende erzählt. Aber hier ist eine Unterbrechung notwendig, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.
Ich bin ein Spielkind und als ein solches muss ich natürlich verschiedenste Dinge wenigstens einmal in die Hand genommen haben, das Meiste um es alsbald wieder wegzuwerfen. So ist das auch mit KI. Da ich nur über äußerst bescheidene Fähigkeiten im Umgang mit meiner Gitarre verfüge, habe ich einen kostenlosen Account bei einem geeigneten Anbieter eröffnet und mich dort mit der "Erschaffung" neuer Songs beschäftigt. Ich habe ordentlich beschrieben was ich bekommen wollte und einige der Songtexte auch selbst verfasst. Oberflächlich betrachtet waren die Qualitäten der generierten Werke aus den Genres Loungemusic, Soul und Bluesrock grottenschlecht bis Top 10 in irgendwelchen Charts. Weniger oberflächlich betrachtet ist das alles nichts wert. Es mag in den Bezahlvarianten dieses Anbieters aufwändiger generierte Ergebnisse geben, hier jedoch wurden die Melodien einfach mit einem "Geräuschteppich" unterlegt, der den Klang voller erscheinen ließ. Für mich nur mit Kopfhörer und größerer Lautstärke erkennbar, aber trotzdem ein billiger Trick. Soweit dazu.
Wie gesagt, ich bin ein Spielkind und der Weg bis zur KI-Fabrikation vom Schatten der Großväter war nicht weit. Da ich mich in der "Schreiberei" möglicherweise besser zurechtfinde als in der Musik, habe ich hier mehr Vorarbeit geleistet. Ich habe einen Plot geschrieben, die Person "Markus" beschrieben, ebenso die "Angelika" und auch ein paar der anfänglichen Kapitel "gezimmert". Damit habe ich zunächst Chat GPT "gefüttert" und die Geschichte in etappenweiser Zusammenarbeit zu Ende gebracht. Das Ergebnis habe ich genommen und LE Chat damit gefüttert. Auftrag war die Sprache zu harmonisieren und inhaltliche Fehler zu finden. Arbeitsweise wie oben. Bei beiden KI's hatte ich einen kostenlosen Account angelegt. Ergebnis: Die Angleichung der Sprache funktionierte exzellent, sogar die Aufgabe, die "Angelikapassagen" etwas wärmer zu gestalten. Der Rest war kaum zu gebrauchen. Zwar enthielten die vorgeschlagenen Texte durchaus pfiffige Ideen, aber auch massenhaft krasse Logikfehler, nach der "Revision" kaum weniger. Ich habe natürlich noch einmal alles überarbeitet, aber die Frage, ob ich jeden Blödsinn aufgedeckt habe, würde ich mit "wahrscheinlich nicht" beantworten.
Fazit 1: Bis auf ein paar gute Ideen und die hier notwendige Anpassung der Sprachstile weitgehend unbrauchbar.
Fazit 2: Sowohl Musik wie auch Literatur auf diese Weise erzeugen zu wollen, ist für den Hausgebrauch vielleicht ganz lustig. Veröffentlichungen um damit Geld zu verdienen sind unangemessen und ich empfinde das eher als ethische Schandtat.
Meinung
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mayersnotizblog am 16.06.26
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42°
Wenn jemand 42° Körpertemperatur hat, dann wird's bekanntlich kritisch. Ähnlich sehe ich das für unsere Gesellschaft und ich denke wir stehen kurz vor der 42° Marke. Da kann ich natürlich ganz naheliegende Sachen aufzählen wie den Klimawandel, Spaltung, Hass, Krieg, Nazis, eben all die "schönen" Sachen, die unsere Sinne jeden Tag überfluten. Ich will aber darauf aufmerksam machen, dass wir uns ebenso durch kleine Dinge langsam aber sicher in den Wahnsinn treiben, dass der Temperaturanstieg auch von Dingen weit abseits der oben genannten Katastrophen getrieben ist. Zum Beispiel davon, wenn wir online Waren bestellen und ein Paket erwarten. Nehmen wir an, wir haben dazu die "Post & Paket" App der DHL auf unserem Smartie installiert. Was uns dann nach der Bestellung begegnet sieht so aus:
- Lieferant bedankt sich für die Bestellung: 15.04. - 19:11
- Lieferant meldet Versand: 16.04. - 06:04
- DHL meldet, die Sendung wurde angekündigt: 16.04. - 06:31
- DHL meldet, die Sendung wird bearbeitet: 16.04. - 07:51
- Lieferant kündigt baldige Zustellung an: 16.04. - 07:54
- DHL meldet, die Sendung sei unterwegs: 16.04. - 07:56
- Lieferant schickt Rechnung: 16.04. - 08:58
- Dienstleister schickt Zahlungsinfo: 16.04. - 09:08
- DHL meldet, die Sendung ist in der Region angekommen: 17.04. - 05:17
- DHL meldet, die Sendung ist im Zustellfahrzeug: 17.04. - 09:06
- DHL meldet, die Sendung kommt heute: 17.04. - 09:58
- DHL meldet, die Sendung wird gleich zugestellt: 17.04.26 - 11:10
- DHL meldet, die Sendung wurde zugestellt: 17.04. - 11:46
- Lieferant bestätigt Zustellung: 17:04.26 - 11:50
Das sind 14 - in Worten - vierzehn Mails und Appmeldungen!
Wer möchte, kann zusätzlich auch den Weg des Zustellfahrzeugs in der App verfolgen. Kann mir nichts Geileres vorstellen! Künftig möchte ich in jedem Paket einen Fühler für Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben, man will ja schließlich wissen wie es der Ware auf der Reise so geht. Diagnose: Hohes Fieber 41,9°, kurz vor Exitus.
Meinung
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mayersnotizblog am 19.04.26
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