Paul Klee und der Rücken
Gestern haben wir das schlechte Wetter genutzt, um endlich ein schon länger geplantes Vorhaben umzusetzen. Im Schlossmuseum Murnau ist derzeit eine bemerkenswerte Sonderausstellung zu sehen. "Paul Klee - Der Poet des Blauen Reiter".
Gabriele Münter und Wassily Kandinsky hatten einen Sommerwohnsitz in Murnau, zahlreich waren die Besuche von anderen Expressionisten zu dieser Zeit um 1910. Gabriele Münter wohnte nach einigen Jahren der Unterbrechung bis zu ihrem Tod in Murnau. Kein Wunder also, dass das dortige Museum ein guter Platz ist, um Bilder der Neuen Künstlervereinigung München auszustellen. Paul Klee nimmt trotz enger Verbundheit mit dem Blauen Reiter eine Sonderstellung ein. Er bezeichnete sich beispielsweise selbst lange Zeit als Zeichner und Grafiker, weil er seiner Meinung nach keinen rechten Bezug zur Komposition mit Farben fand. Das änderte sich erst mit einem Aufenthalt in Marokko wo er durch die Harmonie der Farben und Formen von Gebäuden und Feldern für sich einen Durchbruch in dieser Hinsicht erkannte.
Und so ließ ich Bilder und Begleittexte auf mich wirken und war noch gar nicht so besonders weit in meinen Betrachtungen gekommen, als sich plötzlich erneut dieser ekelhafte Kerl namens Nucleus Pulposus Prolaps an mich heranschlich und mir massiv in den Rücken trat. Wir kennen uns seit 30 Jahren, aber er lässt nicht locker. Jahrelang lässt er sich nicht blicken und plötzlich schlägt er zu. Er hat einen Lieblingsplatz mit den Geokoordinaten L4-L5-S1.
Ich sank also in einem der Ausstellungsräume auf einem leidlich gepolsterten Sitzkubus nieder und versuchte ein interessiertes Gesicht zu machen, bis meine Frau sich das Elend nicht mehr mitansehen konnte und entschied den Aufenthalt dort abzubrechen und uns nach Hause zu kutschieren.
Glück im Unglück: beim Orthopäden meines Vertrauens ist schon am kommenden Montag ein Termin möglich geworden, weil jemand abgesagt hat. Besser als Eurojackpot.
Wenn es wieder besser ist, gibt's einen zweiten Anlauf, die Ausstellung
ist tatsächlich bis November 2028 zu besichtigen und so lange hatte ich noch nie Rücken.
Tagebuch
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mayersnotizblog am 15.04.26
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Tschirp!
+++ Ich habe fünf Invitecodes für chrrp.eu zu vergeben - Bei Interesse bitte Nachricht - Windhundverfahren +++
Technik
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mayersnotizblog am 14.04.26
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Edition Seniorenteller
Der Mayersche Notizblog ist wiederauferstanden! Getriggert durch den Osterspaß eines gewissen Jan Kus, der ganz nebenbei, aus Jux und Dollerei, die Twitter Edition 2006 nachgebaut hat. Kann man ja mal machen... Jedenfalls bin ich über diese sehr gelungene Retroversion, die jetzt Chrrp heißt gestolpert und war spontan verknallt. Hoffentlich bleibt es nicht nur dieser temporäre Spaß als der das Ganze gedacht war, sondern findet irgendeinen dauerhaften Platz im Digitalkosmos.
Die Retrosache hat mich dann dazu getrieben nach den alten Blogplattformen Ausschau zu halten, also Antville.org, Twoday.net und eben auch Blogger.de. Alle drei existieren noch, aber man kann sich nicht neu registrieren, lediglich alte Blogs wieder reaktivieren. Einen Account hatte ich nicht mehr, der "Ur-Notizblog" war die meiste Zeit mit Wordpress geschrieben und gehostet. Letztlich ist durch sehr freundliche Unterstützung doch etwas draus geworden und voilá, hier ist er, ganz neu charmant im neuen, alten Gewand.
Ich werde noch hie und da ein wenig basteln bis mir die Sidebar gefällt, aber das Design steht. Schön schlicht. Das Headerfoto war übrigens nie im alten Notizblog, aber es stammt aus dem Jahr 2006.
Soweit dazu, aber ich will noch ein paar Worte über das Bloggen verlieren. Es ist nach meinem Empfinden mittlerweile ein einsamer Job geworden. Man ist Berühmtheit oder Einzelkämpfer und schreibt entweder durchgehend seine Themen auf seinem Blog ununterbrochen seit Ende der 2000er, oder ist vielleicht doch noch auf einer dieser Plattformen zuhause, die ihre Pforten geschlossen haben. Alle möglichen dummen oder böswilligen Attacken haben den Betreibern damals scheinbar keine andere Wahl gelassen. Der Charme war ihnen wichtiger, als ein technisches Wettrennen mit hohem Aufwand und das ist gut so.
Seit damals ist die Welt gefühlt um 200° abgekühlt und der Eisplanet erlaubt den Erdlingen angeblich keine Fehler. Aber es stimmt nicht. Die Sehnsucht nach etwas Wärme, Austausch, Freundlichkeit ist hoch wie lange nicht, nur die derzeit weit verbreitete Aggression und daraus resultierende Isolation lassen nicht viel zu.
Dabei wären offene, lebendige digitale Nachbarschaften in meinen Augen ein Königsweg, die sind aber nur mit offenem Visier möglich. Wie setzt man das um? Mir fehlen dazu Ideen und Kenntnisse, aber es beschäftigt mich.
