Die Schatten der Großväter (making of)
Keine Angst! Die Geschichte wird schon zu Ende erzählt. Aber hier ist eine Unterbrechung notwendig, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.
Ich bin ein Spielkind und als ein solches muss ich natürlich verschiedenste Dinge wenigstens einmal in die Hand genommen haben, das Meiste um es alsbald wieder wegzuwerfen. So ist das auch mit KI. Da ich nur über äußerst bescheidene Fähigkeiten im Umgang mit meiner Gitarre verfüge, habe ich einen kostenlosen Account bei einem geeigneten Anbieter eröffnet und mich dort mit der "Erschaffung" neuer Songs beschäftigt. Ich habe ordentlich beschrieben was ich bekommen wollte und einige der Songtexte auch selbst verfasst. Oberflächlich betrachtet waren die Qualitäten der generierten Werke aus den Genres Loungemusic, Soul und Bluesrock grottenschlecht bis Top 10 in irgendwelchen Charts. Weniger oberflächlich betrachtet ist das alles nichts wert. Es mag in den Bezahlvarianten dieses Anbieters aufwändiger generierte Ergebnisse geben, hier jedoch wurden die Melodien einfach mit einem "Geräuschteppich" unterlegt, der den Klang voller erscheinen ließ. Für mich nur mit Kopfhörer und größerer Lautstärke erkennbar, aber trotzdem ein billiger Trick. Soweit dazu.
Wie gesagt, ich bin ein Spielkind und der Weg bis zur KI-Fabrikation vom Schatten der Großväter war nicht weit. Da ich mich in der "Schreiberei" möglicherweise besser zurechtfinde als in der Musik, habe ich hier mehr Vorarbeit geleistet. Ich habe einen Plot geschrieben, die Person "Markus" beschrieben, ebenso die "Angelika" und auch ein paar der anfänglichen Kapitel "gezimmert". Damit habe ich zunächst Chat GPT "gefüttert" und die Geschichte in etappenweiser Zusammenarbeit zu Ende gebracht. Das Ergebnis habe ich genommen und LE Chat damit gefüttert. Auftrag war die Sprache zu harmonisieren und inhaltliche Fehler zu finden. Arbeitsweise wie oben. Bei beiden KI's hatte ich einen kostenlosen Account angelegt. Ergebnis: Die Angleichung der Sprache funktionierte exzellent, sogar die Aufgabe, die "Angelikapassagen" etwas wärmer zu gestalten. Der Rest war kaum zu gebrauchen. Zwar enthielten die vorgeschlagenen Texte durchaus pfiffige Ideen, aber auch massenhaft krasse Logikfehler, nach der "Revision" kaum weniger. Ich habe natürlich noch einmal alles überarbeitet, aber die Frage, ob ich jeden Blödsinn aufgedeckt habe, würde ich mit "wahrscheinlich nicht" beantworten.
Fazit 1: Bis auf ein paar gute Ideen und die hier notwendige Anpassung der Sprachstile weitgehend unbrauchbar.
Fazit 2: Sowohl Musik wie auch Literatur auf diese Weise erzeugen zu wollen, ist für den Hausgebrauch vielleicht ganz lustig. Veröffentlichungen um damit Geld zu verdienen sind unangemessen und ich empfinde das eher als ethische Schandtat.
Meinung
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mayersnotizblog am 16.06.26
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